Redaktion · Transparenz und Methodik
Redaktion, Standards und Methodik
Wer über Spiele schreibt, sollte offenlegen, wie er zu seinen Aussagen kommt. Auf dieser Seite stehen die Personen hinter Ormyrbrand, unser Testverfahren, die sechs Kriterien jeder Analyse und der Umgang mit Fehlern.
Die Redaktion
Ormyrbrand wird von vier Personen erarbeitet. Jede Analyse nennt die verantwortliche Person namentlich; die Schlussredaktion liest jeden Beitrag vor der Veröffentlichung gegen.
So testen wir
Unser Verfahren besteht aus fünf Schritten. Es ist bewusst langsam angelegt: Ein Beitrag entsteht über mehrere Wochen, nicht an einem Nachmittag.
- Auswahl. Ein Titel kommt auf die Liste, wenn er ein Gestaltungsmerkmal zeigt, über das sich etwas sagen lässt – nicht, weil er populär ist. Über die Aufnahme entscheidet die Redaktionsleitung.
- Unabhängige Beobachtung. Zwei Personen protokollieren den Titel getrennt voneinander über mindestens drei Sitzungen an verschiedenen Tagen, jeweils auf Desktop und auf einem Smartphone.
- Abgleich. Die Protokolle werden nebeneinandergelegt. Wo die Eindrücke auseinandergehen, wird eine weitere Sitzung angesetzt, statt die Abweichung zu glätten.
- Textfassung. Beobachtung und Einschätzung werden getrennt geschrieben. Der beschreibende Teil enthält, was messbar oder wiederholbar ist; der Abschnitt „Einordnung der Redaktion“ enthält die Wertung und trägt einen Namen.
- Schlussredaktion. Geprüft wird, ob jede Aussage im Text gedeckt ist und ob eine Formulierung unbeabsichtigt wie eine Handlungsaufforderung wirkt.
Die sechs Kriterien
Jede Analyse prüft dieselben sechs Punkte. Wir vergeben bewusst keine Punktzahlen und keine Sterne: Eine Zahl suggeriert Vergleichbarkeit über Genregrenzen hinweg, die es nicht gibt.
- Verständlichkeit des Einstiegs – Wie lange dauert es, bis das Grundprinzip ohne Erklärtext sitzt? Wir messen die Zeit bis zur ersten selbstständig gelösten Aufgabe.
- Verlässlichkeit der Regeln – Verhält sich der Titel in vergleichbaren Situationen gleich? Unvorhersehbare Regeln sind der häufigste Grund, warum ein Spiel als unfair empfunden wird.
- Rückmeldung an die Spielenden – Wird erkennbar, warum ein Versuch gescheitert ist? Ohne diese Rückmeldung entsteht kein Lernen, sondern nur Wiederholung.
- Aufbau der Schwierigkeit – Werden neue Elemente einzeln eingeführt oder gebündelt? Wir protokollieren, an welcher Stelle die Kurve unvermittelt steigt.
- Technische Zugänglichkeit – Läuft der Titel auf schwächerer Hardware, skaliert er auf kleinen Bildschirmen, funktioniert er ohne Maus? Wir prüfen auf Desktop und Smartphone.
- Fair Play und Fortschritt – Verschaffen Freischaltungen einen Vorteil oder bleiben sie kosmetisch? Nur im zweiten Fall bleibt ein Wettbewerb über die Zeit ausgewogen.
Quellen und Belege
Grundlage jeder Analyse sind eigene Sitzungsprotokolle. Angaben, die wir nicht selbst beobachten können – etwa Entwicklungsgeschichte oder Verbreitung –, nehmen wir nur auf, wenn sie belegbar sind. Im Zweifel lassen wir sie weg. Aus diesem Grund enthalten unsere Steckbriefe keine Angaben zu Studio oder Erscheinungsjahr, solange wir sie nicht unabhängig prüfen können.
Alterseinschätzungen sind redaktionelle Empfehlungen auf Basis von Darstellung und Thematik. Sie sind ausdrücklich keine gesetzliche Alterskennzeichnung und ersetzen eine solche nicht.
Korrekturen und Fehlerkultur
Beiträge bleiben nach der Veröffentlichung in Prüfung. Jede inhaltliche Änderung wird im Änderungsprotokoll am Ende des jeweiligen Beitrags mit Datum und Begründung festgehalten. Wir löschen keine Fehler still, sondern kennzeichnen die Korrektur.
Hinweise auf Fehler nehmen wir unter support@ormyrbrand.com entgegen. Bitte nennen Sie die Seite und die beanstandete Stelle. Wir antworten in der Regel innerhalb von fünf Werktagen.
Unabhängigkeit
Es bestehen keine Vermittlungs-, Provisions- oder Beteiligungsvereinbarungen mit Anbietern der besprochenen Titel. Ormyrbrand verlinkt nicht auf Anbieter, betreibt keine Spiele und verkauft nichts. Die Redaktion erhält keine Vergütung, die von der Bewertung eines Titels abhängt.
Sollte sich daran etwas ändern, wird es an dieser Stelle und im jeweiligen Beitrag offengelegt, bevor der betreffende Text erscheint.